Podcast: Wahre Schönheit kommt von Innen!

Wer meinen Instagram und Facebook Account verfolgt hat es vielleicht schon gesehen, dass mein Kollege Dr. Rolf Bartsch und ich für einen neuen Podcast zum Gespräch eingeladen wurden. Was genau wir besprochen haben durfte ich noch nicht verraten, aber jetzt ist er endlich da und ich freue mich riesig, ihn mit euch teilen zu können!

„Zweitmeinung“ ist der neue Podcast von netdoktor.at bei dem es um „Hintergründe, Abgründe und philosophische Fragen der Medizin“ geht. In unserem Gespräch ging es allgemein darum, wie wir „Schönheitschirurgen“ geworden sind, was wir als „schön“ empfinden, welche ethische Einstellung wir gegenüber unserem Beruf haben und wie wir die Zukunft der ästhetischen und plastischen Chirurgie sehen.

Hört euch gerne den gesamten Podcast hier an:

Um das Wichtigste direkt am Anfang zu klären: Schönheit kommt für mich von Innen, nicht vom plastischen Chirurgen! Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten und Veränderungswünsche. Doch Schönheit ist für mich Charaktersache. In der plastischen Chirurgie beschäftigen wir uns oft mit dem „Goldenen Schnitt“, der die perfekten Gesichtsmaße berechnen kann oder auch mit den „Davinci Lippen“, die die perfekt proportionalen Verhältnisse der Lippen berechnen sollen. Doch letztendlich ist es ein Zusammenspiel aus mathematischer Schönheit und innerlichem Charakter.

Ich finde es sehr wichtig eine Behandlung nicht einfach durchzuführen, sondern erstmal die Ursache und richtige Technik zu finden, um dann die Behandlung maßgeschneidert an die PatientInnen anzupassen. Denn nicht jeder Mensch ist gleich und daher benötigt auch jede/r PatientIn ein völlig individuelles Behandlungskonzept – das erreiche ich mit der Behandlung nach dem 4D-Konzept. So kann ich die Natürlichkeit und Individualität meiner Patientinnen optimal erhalten!

Plastische Chirurgie ist viel mehr, also nur „Schönheitschirurgie“!

Bei plastischen Chirurgen denken die meisten sofort an „Schönheitschirurgen“, doch diesen Ausdruck verwende ich nicht so gerne. Plastische Chirurgie kann nämlich so viel mehr, als nur an der Oberfläche zu arbeiten! In unserer Ausbildung haben wir uns als plastische Chirurgen sehr stark mit Rekonstruktionen, Wiederherstellungen, Traumatologie, Gefäßchirurgie, Mikrochirurgie etc. auseinandergesetzt. In erster Linie geht es mir, auch heute noch, immer um die Wiederherstellung der Funktion und nicht nur der Ästhetik. Klar, ist die Funktion angepasst, kann man auch die Ästhetik anpassen. Doch mit dieser Herangehensweise können wir natürliche und langanhaltende Ergebnisse schaffen. Bestes Beispiel: Brustkrebspatientinnen. Zuerst stellen wir die Funktion der Brust so gut wie möglich wieder her und dann erst die Form.

Wo sind die Grenzen der Schönheitschirurgie?

Prinzipiell gibt es keine Grenzen, wir können auch eine krumme Zehe wieder begradigen. Allerdings gibt es für mich persönliche Grenzen. Ich sehe mich nicht als Dienstleister, der den PatientInnen alle Wünsche einfach erfüllt – dann wären die Ergebnisse auch nicht natürlich und ästhetisch. In meinem Beruf zählt nicht nur das technische Können, sondern sehr stark auch die soziale Kompetenz und diese beiden Faktoren muss man in Einklang bringen. Ich muss meine PatientInenn und ihre Wünsche ganz genau verstehen und wissen, was die Anatomie zulässt und was nicht. „Nein“-sagen gehört zu meinem beruflichen Alltag und die PatientInnen fühlen sich dadurch meistens auch verstanden, wenn wir ihren Wunsch ablehnen. Als plastischer Chirurg hat man eine sehr große Verantwortung und muss daher auch sagen können „das geht nicht“. Die Grenze ist also das menschliche Verständnis.

Über die Sucht nach Schönheits-OPs

Ja, die gibt es. Doch hier sehe ich es als eine wichtige Aufgabe Persönlichkeitsstörungen zu erkennen und die richtige Entscheidung für die PatientInnen zu treffen und jemanden zu finden, der ihnen weiterhilft.
Besonders unangenehm empfinde ich es, wenn ein Patient zu mir kommt und sagt „ich will etwas verändern, was finden Sie bei mir?“. Das Problem in solchen Fällen ist die innere Einstellung, die bei uns nicht harmoniert. Wenn beispielsweise Männer im reiferen Alter zu uns kommen und irgendetwas an sich ändern möchten, würde ich in ihrem Gesicht eher nichts ändern. Meistens liegen die „Problemzonen“ hier im Bereich des Bauches, den wir mit OP-freien Methoden wie zum Beispiel dem CoolCrush entfernen können. Oft kommt es aber auch vor, dass wir Patienten wieder wegschicken und ihnen einen gesünderen Lebensstil empfehlen, bevor sie wieder zu uns kommen. Natürlich behandeln wir Stellen, die mit Sport und Ernährung alleine nicht verbessert werden können, weil die Genetik es nicht anders zulässt. Das ist zum Beispiel die Oberlidstraffung, die gerade bei Männern sehr beliebt und häufig auch medizinisch notwendig ist.

Was, wenn das Ergebnis nicht gefällt?

Eine Zufriedenheitsgarantie gibt es nicht. Wir besprechen mit den PatientInnen vor der Behandlung alles ganz genau und können vorher schon sehr gut abschätzen wie das Ergebnis danach aussehen wird. Bei den PatientInnen geht es darum zu erkennen, welche Erwartungshaltung sie haben und zu hohe Erwartungen gegebenenfalls zu bremsen. In vielen Bereichen, beispielsweise im Gesichtsbereich und im Brustbereich, kann uns mittlerweile die Computertechnik unterstützen. 100% Garantie kann aber auch die 3D-Simulation nicht geben!
Wichtig ist es mit den PatientInnen realistische Ergebnisse vor dem Spiegel zu besprechen, dann sind sie auch nur in sehr seltenen Fällen enttäuschend. Falls es doch einmal vorkommen sollte, dass das Ergebnis nicht gefällt bieten wir natürlich Lösungen dafür an!

Trends & Zukunft der plastischen Medizin

Die Ästhetische Medizin selbst setzt keine Trends, das sind vielmehr die Medien und besonders auch die Modeindustrie bzw. die Popmusik. Wir merken aber, dass es immer stärker in Richtung „Natürlichkeit“ geht. Vor einigen Jahren waren große Brüste im Trend, das ist heute nicht mehr so. Jetzt wünschen sich die Meisten natürliche Brüste, die zu ihrer Körperform passen – und das finde ich auch sehr gut so!
Die Zukunft der plastischen und ästhetischen Medizin wird meiner Meinung nach ebenfalls in Richtung Natürlichkeit gehen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind alle schon ziemlich ausgereizt, weswegen ich glaube, dass es darum gehen wird neue und bessere Kombinationen zu entwickeln, um eben die gewünschten natürlichen Ergebnisse zu erzielen. Mit Kombinationsbehandlungen können wir immer weiter weg von chirurgischen Behandlungen und weiter in Richtung Gerätemedizin. Das entspricht auch dem derzeitigen Trend in Richtung der nicht-invasiven Chirurgie. Ich sehe also Kombinationstherapien als Schlüssel zum Erfolg und freue mich meinen PatientInnen immer die aktuellsten und schonendsten Behandlungsmöglichkeiten der ästhetischen Medizin anzubieten!

5 kurze Fragen, 5 kurze Antworten

Das finde ich krank: …den übertriebenen Schönheitswahn in den Medien
Das schönste Organ des Menschen: …das Herz und der Geist
Der ideale Patient: …ist ein Mesch, der sich lange Zeit mit sich selber auseinandergesetzt hat mit sich selber im reinen ist
Der größte Irrtum der Medizin: …dass Glück nur mit Aussehen zu tun hat
Ich glaube daran: …dass alles zurückkommt, was man macht.

Klickt einfach hier auf den Link und hört euch den gesamten Podcast an!
Viel Spaß beim Zuhören!


Liebe Grüße,
Dr. Ben Gehl

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